Berichte

Christian Erhard besteigt mit Schi den Elbrus (5642m)

Nach guter Vorbereitung in den Alpen (unter anderem eine Woche vorher am Gipfel des Mont Blanc) starte ich am 07.05.2010 zum Elbrus. Von München über Moskau nach Mineralny Vody in Russland. Danach 4 Std. Busfahrt an den Fuß des Elbrus .

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Am dritten Tag Eingehtour gegenüber dem  Elbrus auf den Tscheget 3600m an der Georgischen Grenze mit gutem Blick auf die Aufstiegsroute.
Am vierten Tag nach dem Aufbruch zum Elbrus bezogen wir unser Lager in den Botschkis  (=Wohntonne)auf 3750 m.
Danach Aufstieg auf 4100 m zur Akklimatisation. In der Nacht fielen 40 cm Neuschnee. Am 5 Tag erneute Akklimatisations Tour am Berg bis oberhalb der Pastuchov Felsen, 4600m, bei ca 60-70 km/h Wind . Am Gipfel ca 100 kmh/ Wind . An diesem Tag wäre eine Besteigung nicht möglich gewesen. Danach Abfahrt ins Lager im Pulverschnee.

In der Nacht ließ der Wind etwas nach, so dass uns eine Besteigung  möglich erschien. Von den 40 Aspiranten an diesem Tag gingen den Berg ab den Botschkis nur ein junger Berchtes- gadener, der Bergführer Rainer Pircher und ich von unten  an.

1900 Höhenmeter auf den Gipfel,… ich  hatte meine Vorbereitung auf diese anstrengende Gipfeletappe ausgelegt. Der  junge Berchtesgadener scheiterte an Anstrengung und Kälte auf  5400m. Wir standen  um 1 Uhr in der Früh auf,  die andern um 3 Uhr. Sie fuhren mit einer umgebauten Pistenraupe bis zu den Pastuchov  Felsen und hatten noch 1000 hm auf den Gipfel. Der eiskalte Wind begleitete uns den ganzen Tag. Am Elbrus- Sattel auf 5300 m holte ich meine Gruppe ein. Etwas oberhalb wurde es steiler und wir gingen ohne Ski zum Gipfel. Etwa 25 Bergsteiger erreichten den Gipfel. Die andern scheiterten wegen  Kälte, Wind, Anstrengung,  kurzer Akklimatisationszeit und mangelnder Vorbereitung.

Nach 9 Stunden erreichte ich den Gipfel, der leider in Wolken gehüllt war, bei stürmischen Wind. Beim Abstieg riss es dann auf. Danach mit den Ski Abfahrt zum Lager. Wir mussten uns oft über unsere Stecken lehnen und nach Luft schnappen. Aber besser schlecht gefahren als gut gegangen. Bei  den großen Weiten am Elbrus tut man sich mit Ski viel  leichter als im Sommer zu Fuß.

Es war wieder einmal für mich ein unvergessliches Bergerlebnis.

Geschrieben von i. A. Armin Heigl