Skitour Haute Route Graubünden 2026 

Nach zwei wetterbedingten Verschiebungen meinte es Petrus beim dritten Anlauf endlich gut mit uns: fünf Skitourengeher starteten bei wolkenlosem Himmel und perfekten Schneeverhältnissen – Firn und Pulver in bester Ausprägung – zu einer unvergesslichen Durchquerung, der Haute Route Graubünden.

Tag 1 – Auftakt unter blauem Himmel

Bereits um 4:30 Uhr ging es in Peiting los. Nach kombinierter Anreise mit Auto und Zug führte uns der Zustieg von Zuoz durchs geschlossene Skigebiet über Pizzet bis auf den Piz Belvair. Bei strahlender Sonne erreichten wir am Nachmittag unser Tagesziel, die Es-Cha-Hütte, und ließen dort den ersten Tag gemütlich auf der Terrasse ausklingen. Die Hütte – wie alle drei Unterkünfte dieser Tour – präsentierte sich perfekt gepflegt und liebevoll renoviert.

Tag 2 – Königsetappe über den Piz Kesch

Frühmorgens stiegen wir zur Porta d’Es-Cha auf und weiter über den Vadret da Porchabella zum Skidepot am Piz Kesch. Als erste Gruppe dieses Tages konnten wir den Gipfel – den höchsten Punkt der Haute Route Graubünden – ganz für uns allein genießen. Nach der Abfahrt folgte ein weiterer Anstieg zum Piz Porchabella und eine beinahe unverspurte Pulver- und Firnabfahrt auf der Ostseite. Nach Aufstieg zurück zur Scharte ging es westseitig hinab und nochmals aufwärts auf den letzten Gipfel des Tages, den Kesch Pitschen. Trotz fortgeschrittener Uhrzeit fanden wir dort sehr gute Bedingungen für die Abfahrt zur Kesch-Hütte vor.

Tag 3 – Durchs Val Müsella zur Grialetsch-Hütte

500 Höhenmeter Zusatzaufstieg bescherten uns eine grandiose Firnabfahrt durchs Val Müsella. Anschließend stiegen wir zur Alp Funtauna und über den Scalettapass weiter zum Scalettahorn. Die Abfahrt Richtung Grialetsch-Hütte krönte diesen Tag – perfekter Firn, für den wir gerne noch einmal 150 Höhenmeter Gegenaufstieg zur Hütte in Kauf nahmen. Die Grialetsch-Hütte, vor ein paar Jahren renoviert und sehr gemütlich, war der ideale Ort für einen geselligen Tourenabend

Tag 4 – Spontane Planänderung mit Pulverbonus

Anstatt wie geplant zum Flüelapass abzufahren, entschieden wir uns für den Aufstieg zum Piz Sasura. Eine goldrichtige Entscheidung: nordostseitig konnten wir dort phänomenale Abfahrtsmeter in unberührtem Pulver über den Vadret da Sasura genießen – so gut, dass wir gleich ein zweites Mal hinabfuhren. Danach folgte der Aufstieg zum Sasura-Pitschen, wo uns nochmals perfekter Firn erwartete. Nach kurzer Brotzeit setzten wir zur finalen Abfahrt durchs großartige Val Sasura an, die uns bis ca. 1600 Meter Seehöhe auf Ski trug. Von dort war es nur eine knappe Stunde Fußweg zur Straße, wo wir schließlich per Anhalter nach Lavin zu unserem Auto zurückkehrten.

I Isgesamt legten wir in den 4 Tagen 69 Kilometer und rund 6.300 Höhenmeter im Aufstieg zurück. 29 Stunden und 40 Minuten auf Tour, bestes Wetter, perfekte Verhältnisse und eine fantastische Gruppe: Ein Erlebnis, das bleibt