Notfall Lawine
Für Skitouren abseits gesicherter Pisten Pflicht: LVS-Gerät, Schaufel und Sonde, optional ein Lawinenrucksack. Noch wichtiger: Mit dieser Notfallausrüstung auch professionell umgehen zu können. Genau dafür organisiert die AV Sektion Peiting alljährlich einen lehrreichen, praxisorientierten Kurs. 16 Teilnehmer im Alter von 20 bis 60 Jahren nahmen dieses Mal an „Notfall Lawine“ teil. Die Bergwacht-erfahrenen Referenten Florian Hofmann und Peter Echtler luden hierzu am 18. Dezember 2025 zum Theorieabend ins AV-Stüberl an der Bachfeldstraße. Zwei Tage später ging’s in Fahrgemeinschaften nach Reutte. Aufgrund Schneemangel sollte sich die Idee, mit der Gondel ins Skigebiet Hahnenkamm hochzufahren, von der Bergstation wenige Höhenmeter abzufahren und schließlich gen Süden in ein terrassenförmiges Gelände abseits des gesicherten Skiraums zu steigen, als Volltreffer erweisen. Aufgeteilt in zwei Gruppen, wurde den ganzen Tag über intensiv geübt. „Signal! Zehn! Treffer!“, ertönt es immer wieder bei der Lawinenverschüttetensuche mit „Pieps“. Ins Schwitzen kamen Teilnehmer wie Kursleiter auch im Rahmen einer Mehrfachverschüttetensuche sowie beim Ausschaufeln einer „verschütteten Person“ nach der V-förmigen-Methode des Schweizer Lawinenexperten Manuel Genswein. Auch spannend: Hypothermie, stabile Seitenlage, vorsichtiges Abnehmen des Skihelms sowie professionelles Anlegen einer Rettungsdecke – erstmals integrierte der Peitinger Alpenverein auch „Erste Hilfe“ in den bewährten Kurs, konnte hierfür Bergrettungssanitäter Ludwig Spitzer als zusätzlichen Referenten gewinnen. Insofern ein rundum gelungener Exkurs für alle Teilnehmer, die vereinzelt bis aus Denklingen, Hohenfurch, ja sogar aus der Tölzer Ecke dabei waren. Nun gilt es dran zu bleiben, das Suchen, Sondieren und Schaufeln immer und immer wieder zu üben. Denn im Falle eines Lawinenunfalls zählt nur eins: Jede Sekunde!


